Bilder aus der Bio-Musterregion Enzkreis
Eine Auswahl zugesandter Fotos und Kommentare
Farbenpracht
„Ich habe dieses Bild gewählt, weil mich die Artenvielfalt und schiere Anzahl an Insekten, die sich auf dieser Blumenwiese tummelten, absolut begeistert hat. Normalerweise ist das eine Ackerfläche, aber in diesem Jahr wuchsen hier ausschließlich insektenliebende Blumen. Ein blühender Traum!“
– Andrea Schwarz
Schönheit
Ob Blumenwiesen, Weinberge oder Feldgehölze – der Großteil der Bevölkerung hat vor allem einen ästhetischen Zugang zur Agrarlandschaft. Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft sind gesetzlich geschützt. Sie zu erleben und zu genießen, ist für viele Menschen der Inbegriff von Erholung.
Aus dem Winterstall
„Im Winter sind unsere Tiere in ihrem geräumigen Laufstall und die ganzen Sommermonate auf der hofnahen Weide, die immer ein regelrechter Publikumsmagnet ist. Die Spaziergänger genießen es, unseren Kälbern beim Toben auf der Weide zuzusehen. Ich denke, das ist die Zukunft: für die Verbraucher die Landwirtschaft so transparent wie möglich zu gestalten und ihnen zu zeigen, dass es den Tieren bei uns gut geht.“
– Julia Gerhard
Transparenz
Transparenz stellt bei der Regionalvermarktung einen hohen Wert dar. Wer die Höfe kennt, kann sich darauf verlassen, dass dort sorgfältig gewirtschaftet wird. Und wer die Menschen kennt, die dort arbeiten, ist eher bereit, für ihre Arbeit angemessen zu zahlen. So entsteht Vertrauen als Basis regionaler Wertschöpfung.
Identität
Landwirtschaft ist nicht nur ein Job. Bauer oder Bäuerin sein ist ein Lebensentwurf, der die ganze Person fordert und prägt. Oft gibt es eine lange familiäre Tradition und eine hohe Identifikation mit der eigenen Arbeit. Das ist wichtig für die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft. Denn wer wir sind und wer wir sein wollen, das sind Fragen, über die wir am liebsten selbst entscheiden – ohne dass andere uns bevormunden.
Diversität
„Mich hat die Aufnahme sofort fasziniert, spiegelt sie doch das Nebeneinander der Natur und der Landwirtschaft wider. Die Natur steht dabei im Vordergrund und wächst im Einklang mit der Landwirtschaft. Das wünsche ich mir auch für die Zukunft. Mehr Natur, mehr Artenvielfalt neben der für uns wichtigen Landwirtschaft. Mehr Blühlandschaften neben den Feldern, weniger Einsatz von Pestiziden.“
– Carmen Dirnberger
Einklang von Schutz und Nutzung
Natur ist Grundlage unseres Lebens, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Menschen brauchen gesunde Nahrung und auch eine gesunde Beziehung zur Natur. Rücksichtnahme auf die Natur stellt einen Wert dar, den die Marktpreise noch zu wenig abbilden. Wie lassen sich Landnutzung und Naturschutz in Zukunft besser in Einklang bringen?
Rehkitzrettung
„Ich habe ein Foto von einem von mir und meinem Vater geretteten Rehkitz eingeschickt. […] Die weiterentwickelte Technik (hochauflösende Wärmebildkamera, Drohne, digitale Flugroutenberechnung) hilft dabei, Rehkitze schneller, effektiver zu finden. Ich würde mir wünschen, dass die Technik zum Wohl der Natur weiterentwickelt und bis 2030 flächendeckend angewandt wird.“
– Hartwig Fritze
Schutz wildlebender Tiere
Landwirtschaft betrifft nicht nur die Tiere im Stall und auf der Weide. Sie kann auch Risiken für andere Tiere bergen – für Insekten, Vögel oder Wild. Durch die Wahl geeigneter Anbaumethoden oder den Einsatz moderner Techniken lassen sich Risiken reduzieren. Zum Wohl der Tiere und zur Freude der Menschen.
Streuobstwiese
„Diese blühende Streuobstwiese ist ein Bild, welches früher weit verbreitet war. Leider werden diese Wiesen durch Flächenzusammenlegungen und intensive Landwirtschaft immer mehr verdrängt. Wegen des großen Beitrags, den Streuobstwiesen zur Arten- und Sortenvielfalt leisten, sollten sie unbedingt erhalten bzw. erweitert werden, damit sie auch auf zukünftigen Bildern noch zu sehen sind.“
– Birgit Lautenschlager
Heimat
Die Agrarlandschaft ist nicht nur Produktionsstandort. Sie ist für die Menschen, die hier leben, auch Heimat und prägt deren Identität. Traditionelle Kulturlandschaften verkörpern einen Einklang von Schutz und Nutzung, den viele sich wünschen. So lassen sich Vergangenheit und Zukunft verbinden.
Anpassung an den Klimawandel
Die Landwirtschaft ist einerseits vom Klimawandel besonders betroffen, andererseits kann sie aber auch dazu beitragen, ihn zu verlangsamen. Mit dem Klima muss sich auch die Landwirtschaft wandeln. Aber wie? Muskelkraft und Handarbeit können fossile Energie ersetzen. Aber wollen wir dahin zurück? Landwirtschaftliche Flächen können auch der Produktion erneuerbarer Energie dienen. Mit modernen Anbaumethoden kann mehr Kohlenstoff im Boden gebunden werden. Welche Wege passen für unsere Region am besten?
Mein Abenteuerspielplatz
„Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden. Mir wurde quasi die Landwirtschaft in den Schoß gelegt. Meine Kindheit war sehr schön und abwechslungsreich – voller Abenteuer und Spaß, da mein Kindergarten der elterliche Betrieb war. Nur: geht es den Kindern im Jahr 2030 noch genauso?“
– Katharina Zimmer
Nachwuchs
Viele Höfe werden von einer Generation an die nächste weiter gegeben. Kinder nehmen Teil an der Arbeit der Eltern und sind von früh an eingebunden. Die Sorge um die Zukunft des eigenen Betriebs ist auch die Sorge um und für die Zukunft des Nachwuchses.
Sauwohl
„Die Schweine können frei wählen, ob sie sich im weitläufigen Freigehege oder in den Stallungen aufhalten. Das Futter wird zum großen Teil selbst angebaut. Die Schweine wachsen hier bis zur Schlachtreife artgerecht auf. Wir selbst kaufen dort, mit gutem Gewissen, unser Fleisch. Die Art der Haltung und die kurzen Verwertungswege sollten Vorbild für eine zukünftige Fleischerzeugung sein.“
– Michael Lautenschlager
Tierwohl
Welche Rolle spielen Tiere in der Landwirtschaft der Zukunft? Das ist eine leidenschaftlich diskutierte Frage. Unstrittig ist: Wenn wir Tiere halten, dann muss es ihnen dabei gut gehen. Tierwohl ist ein Wert, den im Prinzip alle wichtig finden – für die Tiere selbst und auch für ein gutes Gewissen. Strittig ist jedoch, was genau die Tiere brauchen, damit sie sich wohl fühlen – und auch, wer für mehr Tierwohl zahlen soll.
Selbstbestimmung
Kein Chef und keine Stechuhr. Selber entscheiden, wann und wie lange gearbeitet wird. 40-Stunden-Woche und 30 Tage Jahresurlaub? Auf dem Hof undenkbar. Dennoch: Arbeit ist hier weniger fremdbestimmt. Sie hängt eng mit dem Leben der ganzen Familie zusammen.
Innovation
Zukunftsfähigkeit erfordert Kreativität und Veränderung. Der Blick zurück allein führt nicht weiter. Technische Innovationen können Belastungen für Böden, Umwelt und Menschen minimieren. Natur und Technik müssen kein Gegensatz sein.
Von Bienen lernen
„Das Bild bedeutet für mich, dass sich hinter einem relativ unscheinbaren Insekt ein gewaltiger, perfekt arbeitender Staat befindet, der völlig selbstverständlich und seit Millionen Jahren von der Natur lebt – und dieser auch neues Leben ermöglicht. Von dieser uralten Symbiose sollten wir Menschen für die Zukunft lernen.“
– Dustin Hassler
Von der Natur lernen
Natur ist für viele Menschen der Inbegriff dessen, was gut und richtig ist. Ein hochkomplexes System, über Jahrmillionen bewährt, in dem alles seinen Sinn hat und jedes noch so kleine Detail seinen Platz im Großen und Ganzen. Möglichst naturnah wünschen sich viele ihre Lebensmittel und deren Herstellung.
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